Man könnte sich vorstellen, weddingkrass.wordpress.com ist ein medizinischer Selbstversuch.
Dann wäre da als erstes die Versuchsanordnung. Die sähe so aus: Ein Typ lebt auf kultureller Ebene ausschließlich im Wedding. Kino, Theater, Galerie, Alltagsleben, Park und Science Fiction – alles wird im Wedding erlebt.
Dann wäre da das Versuchsobjekt: Ein Mann, der lange in Mitte gelebt hat, dort von Fernreisen gesprochen und Europareisen unternommen und dabei immer von der Suche nach dem Kulturschock gesprochen hat, wird durch Umstände, die nicht blogbar sind, in den Wedding gezwungen und begegnet dort genau dem, wovon er immer sprach: dem Anderen.
Dann wäre da das Versuchsziel (vielleicht auch nicht unwichtig): Ist es möglich, den Wedding zu erblicken, ohne die Mittebrille, die immer fragt, gibt es denn Ecken im Wedding, die genauso schön sind wie am Kollwitzplatz (der gar nicht in Mitte liegt). Aber ist es andererseits möglich, den Wedding zu erblicken, ohne sozialromantischen Schauer, der immer fragt, ist es denn wirklich so gruselig wie in der Zeitung steht?
Der Ausgang des Versuches ist offen. Zumal: Wirklich beweisen ließe sich so oder so nichts. Ginge das Experiment schief, dann bin nur ich an der Aufgabe gescheitert. Ginge das Experiment gut, dann könnten dennoch viele andere an dieser Aufgabe scheitern. So kann mit Gewissheit im voraus schon gesagt werden, dass nach einer Weile wie gewohnt zu konstatieren bliebe: Es ist wieder einmal Zeit vergangen, bei der mir Menschen über die Schulter geblickt haben.
Franz Havel
Die Karte aus den 30er Jahren ist kaeuflich als Nachdruck erwerben. Ich poste dies hier heute abend. Der Plan von 1989 ist ausgerissen aus der Berliner Morgenpost. Wie da die Urheberrechtslage bei Vervielfältigung ist, ist mir nicht bekannt.
Lieber Herr Havel,
gerade habe ich mit Interesse Ihren Beitrag zum Netzwerken auf der Seite des QM Brunnenviertel gelesen. Ich bin ehrenamtlicher Quartiersrat und engagiere mich beim Brunnenviertel E.V. seit einiger Zeit mit Blick auf die Stadtenwticklung im Viertel. Dabei möchte ich auch die (schlechte) ÖPNV-Anbindung berücksichtigen. Sie schrieben, dass Sie eine alte Karte mit entsprechenden Routen haben. Gibt es eine Möglichkeit diese zu kopieren oder hat sie einen Namen, so dass ich sie selbst recherchieren kann?
Besten Dank und viele Grüße
Jan Dzieciol
Wir wohnen in einer schlimmen Ecke des Weddings. Wir empfehlen den Wedding deshalb auch nicht. Wir raten von ihm ab. Wir sagen: in Reinickendorf lebt es sich ruhiger, zieh nach Reinickendorf. Oder andere gute Gegenden in Berlin. – Der Wedding existiert nur einfach. Und warum sollte deshalb nicht über ihn berichtet werden? Verschwindet er, wenn ich ihn mir aus den Kopf schlage? – Schöner Blog ist fuchsteufelswild, werde ich verfolgen.
Ich weiss ja nicht in welcher Ecke vom Wedding ihr wohnt aber bei mir am Leopoldplatz hängen nur Alkies rum, die Nachbarn haben bei meinem Einzug die Bullen gerufen wegen Ruhestörung und auf die Fresse bekommen hab ich auch schon. ^_^ Aber zumindest ist es billig und relativ zentral. Bis denne.
Hey Franz!


Cool, dass es solche Blogs gibt, ich bin begeistert
Ich bin auch Wedding-Neulinger, frisch aus dem “so cool es ist wieder uncool”-en Prenzlauer Berg eingewandert. Gott sei Dank ist die Mauer wech!
Und ich muss sagen, es ist doch gar nicht so schlimm wie ich befürchtet habe. In der Tat laufen abends weniger Besoffene als in PB draußen an der Wohnung vorbei, die Miete ca. 15% weniger als in PB und auch die (freundlichen!) Nachbarn sind optisch (first Impressions count!) nicht vom Einwohner der trendigen und angesagten Ostbezirke zu unterscheiden.
Gewöhnungsbedürftig sind die eher schlicht gestalteten Spielplätze für meine Tochter und Kleidespende-Container sind auch ziemlich rar, geschweige gutes Indisches Essen (ich sag nur Zaika in der Wichertstr!).
Nette Lokale gibt es zugegeben nicht viele, aber ein paar gibts schon und ich kann eh nicht in mehr als einem gleichzeitig sitzen
Ich werde deinen Blog gespannt verfolgen! Ich verabschiede mich mit einem Foto der bunten und sportlicheren Seite Weddings.
http://www.flickr.com/photos/37015378@N02/3470908764/
Krasse Grüße Alda!
Ich bin gespannt, was ich auf der Welle des blogofizierten Forscherdrangs über Deine Schulter schauend entdecken werde. Ich danke für die Einladung zum sicher geführten Selbstversuch!