Der zu recht vielbewunderte digitale Lehrer Herr Rau hat einen Aufsatz von Sigmund Freud ausgegraben, in dem es um Vorbilder für Jugendliche geht. Unbedingt lesen!
Und es ist etwas dran an den Worten des Meisters der Psychogramme. Menschen, die nicht viel älter sind als die Schülerlein – wie die Sekretärin feststellt -, werden von diesen als Profis wahrgenommen. Junge Menschen haben eben ein gutes Gespür für Ernsthaftigkeit und so ist ihr Respekt vor Prime Lee voll gerechtfertigt.
Kiez-tank-stelle e.V. ist der Organisator der Schooltalks in der Ernst-Reuter-Oberschule im Wedding. Prime Lee, ehemals Graffitikünstler, und Mona Laschkolnig fühlen sich mit dem jungen Wedding verbunden – wo andere bloß eine merkwürdige Jugendkultur sehen (“isch will nur andeuten, weil Du Mädchen bist”, “ich lebe im Problemkiez, bin ohne Vater aufgewachsen, echt eh”). Sie laden berühmte Menschen oder Menschen, die berühmt sein könnten, und die früher in einem Sozialrandbezirk aufgewachsen sind, zu einem ernsthaften Frühstücksgeplauder ein. Und sie führen anschließend begleitende Schülergespräche.
Es geht auch im vierten Jahr der Schooltalks von Montag, 1. März, bis Freitag, 5. März 2010, um Vorbilder, um Berufe, um Ausbildung. Und natürlich auch um Ehrgeiz – denn darin besteht ja unter anderem soziale Benachteiligung, dass zuhause keine anspruchsvollen Prenzlauer-Berg-Eltern Ziele für den Nachwuchs formulieren.
Dem vom Quartiersmanagement Ackerstraße geförderte Projekt ist rückhaltlos Erfolg zu wünschen, das heißt, möge es dem einen oder anderen Heranwachsenden eine energiespendende Ersatzperson (vulgo Vorbild – siehe obigen Link zu Freud) schenken.